Unsere Zwergziegen

Unsere Lieblinge im Park

Klick auf ein Bild um es zu vergrössern

Unsere Stammmutter:

Heidi
Geboren 2008

Mutter von:
2012 – Peter und Clara
2015 – Rina und Veieli

Peter 
Geboren 2012

Clara
Geboren 2012 – 2025
Mutter von Bounty

Rina 
Geboren 2015

Veieli
Geboren 2015

Bounty
Geboren 2015

Wissenswertes über Zwergziegen

In den folgenden Abschnitten lernst du unsere Zwergziegen noch besser kennen. Du erfährst, was es mit ihren Hörnern auf sich hat und weshalb du besser kein Futter mitnimmst, wenn du sie in ihrem Gehege besuchst. 

Kleine Persönlichkeiten auf vier Hufen

Wer einmal einer Zwergziege begegnet ist, vergisst sie so schnell nicht wieder. Mit ihrem neugierigen Blick, dem unermüdlichen Erkundungsdrang und einer gehörigen Portion Eigensinn sind diese kleinen Tiere wahre Charakterköpfe, die gross und klein gleichermassen in ihren Bann ziehen.

Ursprüngliche Heimat

In ihrer westafrikanischen Heimat werden sie seit Jahrtausenden als genügsame Nutztiere gehalten, die Milch, Fleisch und Fell liefern. Woher die Zwergziege ursprünglich genau stammt, ist jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Denn die in Europa übliche Reinrassenzucht mit Zuchtbuch ist in Afrika nicht gebräuchlich, was eine lückenlose Nachverfolgung ihrer Geschichte unmöglich macht.

Durch die spätere gezielte Zucht entstand im Laufe der Zeit eine Rasse mit dem typischen gedrungenen Körperbau und den kurzen Beinen, die wir heute kennen. Als Zwergziegen werden dabei alle Ziegenrassen mit einer Widerristhöhe unter 50 Zentimetern zusammengefasst, was ihnen zwar einen offiziellen Rahmen gibt, ihren unverkennbaren Persönlichkeiten aber herzlich wenig anhaben kann.

Übrigens: Auch in Nordafrika und Westafrika leben Zwergziegen ausschliesslich als Haustiere – eine wildlebende Form hat es nie gegeben.

Klick auf das Bild um es zu vergrössern

Klein aber oho!

Mit ihrer Schulterhöhe von 40 bis 50 Zentimetern und ihrem Gewicht zwischen 20 und 35 Kilogramm sind Zwergziegen zwar klein, aber keineswegs zierlich. Ihr gedrungener, kräftiger Körperbau und die kurzen Beine verleihen ihnen ein robustes Erscheinungsbild, das so gar nicht zu ihrer geringen Grösse zu passen scheint. Besonders auffällig ist ihr rundlicher, voluminöser Bauch, der bei Besuchern immer wieder für Erstaunen sorgt und die Frage aufwirft, ob das Tier schwanger sei. Tatsächlich ist dieser Bauch jedoch ganz normal und ein typisches Merkmal der Rasse, das sowohl Männchen als auch Weibchen gleichermassen auszeichnet.

Und wer genau hinschaut, entdeckt noch eine weitere Besonderheit: Zwergziegen haben ovale, horizontale Pupillen. Diese ermöglichen ein sehr breites Sichtfeld von fast 340 Grad – ideal, um Fressfeinde frühzeitig zu erkennen, selbst wenn der Kopf zum Grasen gesenkt ist.

Freigehege oder Stall - am Liebsten Beides

Zwergziegen sind robust und wetterhart, brauchen aber zwingend einen trockenen, zugfreien Unterstand, den sie jederzeit aufsuchen können. Nässe mögen sie gar nicht und kann sie krank machen. Ihr Fell ist zwar dicht, aber im Gegensatz zu Schafen kaum wasserabweisend. Kommt es doch einmal dazu, schütteln sie sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit trocken – ganz ähnlich wie ein Hund nach dem Bad.

Tagsüber sind sie am liebsten draussen: Sie erkunden ihr Gehege, klettern auf allem, was sich dazu eignet, und nagen an Ästen und Rinde. Ein abwechslungsreich gestaltetes Aussengehege mit Klettermöglichkeiten, Rückzugsorten und frischen Ästen ist für ihr Wohlbefinden deshalb ebenso wichtig wie das tägliche Futter.

Bunt, gehörnt und unverwechselbar

Klick auf das Bild um es zu vergrössern

Sowohl Böcke als auch Ziegen tragen Hörner, wobei die der Böcke deutlich länger, kräftiger und geschwungener sind. Im Gegensatz zum Geweih der Hirsche bleibt das Horn ein Leben lang und wächst Jahr für Jahr ein Stückchen weiter.

Das Horn besteht aus mehreren Schichten: Aus dem Stirnbein wächst der knöcherne Hornzapfen, der von der Lederhaut umgeben ist. Diese stark durchblutete Lederhaut bildet die eigentliche Wachstumsschicht und ist wiederum von der äusseren Hornscheide aus Keratin ummantelt. Diese Hornschneide wächst saisonal unterschiedlich schnell. Dadurch entstehen sichtbare Ringe anhand derer sich das Alter einer Ziege ähnlich wie bei einem Baumstamm an den Jahresringen abschätzen lässt.

Weil die Lederhaut gut durchblutet ist, erfüllen die Hörner noch eine weitere Aufgabe: Sie helfen der Ziege, überschüssige Körperwärme abzugeben und so die Körpertemperatur zu regulieren.

Das Fellkleid gibt es bei Geiss und Bock in vielen unterschiedlichen Farben und Mustern, von einfarbig schwarz, weiss oder braun bis hin zu vielfarbigen Zeichnungen, was jede Zwergziege zu einem kleinen Unikat macht. 

Gemeinschaft mit klaren Regeln

Zwergziegen sind ausgesprochene Herdentiere und sollten niemals alleine gehalten werden – mindestens zwei, besser noch drei oder mehr Tiere gehören zusammen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine klare Rangordnung, die von allen Mitgliedern respektiert wird und das tägliche Zusammenleben regelt. Wer fressen darf, wer zuerst ins Trockene kommt und wer das beste Schlafplätzchen bekommt, ist klar geregelt – und wird bei Bedarf mit einem gezielten Kopfstoss nachdrücklich in Erinnerung gerufen.

Die Rangordnung wird dabei vor allem zwischen Tieren ähnlichen Rangs immer wieder neu ausgehandelt, während das Leittier – meist eine erfahrene Ziege – seiner Rolle mit ruhiger Bestimmtheit nachkommt. Neu hinzukommende Tiere müssen sich erst ihren Platz erarbeiten, was in den ersten Tagen durchaus lautstark und stossfreudig vonstatten gehen kann.

Familie und Nachwuchs

Zwergziegen werden mit etwa 7 bis 10 Monaten geschlechtsreif. Nach einer Tragzeit von rund 150 Tagen – etwa 5 Monaten – bringt die Ziege meist ein bis zwei Kitze zur Welt, selten auch drei. Die Kleinen sind von Anfang an erstaunlich fit: Bereits nach wenigen Minuten stehen sie auf eigenen Beinen und suchen die Zitzen ihrer Mutter.

In den ersten Lebenswochen bleiben die Kitze eng bei ihrer Mutter, erkunden aber schon bald neugierig ihre Umgebung. Ihre verspielten Sprünge und Kletterversuche, die sie dabei zeigen, sind herrlich zu beobachten. Ziegen und ihre Kitze erkennen sich primär durch individuelle akustische Signale (Meckern/Rufen) sowie den Geruch. Mutterziegen sind gar in der Lage, die Stimme ihres Kitzes selbst nach einer Trennung von einem Jahr wiederzuerkennen.

In der Zucht werden die unkastrierten Böcke in der Regel von den Weibchen getrennt gehalten und nur zur Verpaarung zusammengebracht. So lässt sich der Nachwuchs besser planen und Wohlbefinden aller Tiere gewährleisten. Zudem entwickeln unkastrierte Böcke – besonders während der Brunft – einen intensiven, moschusartigen Geruch, der für Mensch und Tier in unmittelbarer Nähe sehr unangenehm sein kann.

Was für ein Charakter!

Zwergziegen langweilen sich nie, und ihre Umgebung auch nicht. Sie sind neugierig, verspielt und dabei von einer Beharrlichkeit gesegnet, die man nur bewundern kann. Klettern ist ihre grosse Leidenschaft, und kein Baumstamm, kein Felsen und keine Futterkrippe ist vor ihnen sicher. Auch untereinander haben sie immer etwas zu diskutieren, denn in jeder Gruppe gibt es eine klare Rangordnung, die gelegentlich lautstark neu verhandelt wird.

Es sind Feinschmecker

Als Wiederkäuer ernähren sich Zwergziegen hauptsächlich von Heu, Gras, Laub und Zweigen, wobei sie erstaunlich wählerisch sein können. Obst und Gemüse dürfen aber gerne als zusätzliche Leckerbissen gereicht werden.

Eines sollte man dabei wissen: Eine Zwergziege, die Futter wittert, kennt keine Hemmungen und wird auch die Taschen der Besucher einer gründlichen Inspektion unterziehen, wenn sie darin etwas vermutet. 

Einfach zum KNuddeln

Zwergziegen lieben Menschen, und Menschen lieben Zwergziegen. Sie sind zutraulich, aufgeschlossen und immer für eine Überraschung gut. Kinder sind von diesen kleinen Persönlichkeiten meist ganz besonders begeistert, und die Ziegen revanchieren sich mit ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit. 

Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, wird schnell merken, dass jede Ziege ihren ganz eigenen Kopf hat und ihre ganz eigene Geschichte erzählt.

Unsere Lieblinge

Zwergziegen werden in der Regel bis zu 15 Jahre alt und sind für ihre Robustheit und Genügsamkeit bekannt. Bei uns im Park sind sie längst zu echten Publikumslieblingen geworden, deren Wohlbefinden und die Freude an der Begegnung für uns im Mittelpunkt stehen. Wir sind überzeugt: Wer unsere Zwergziegen einmal besucht hat, kommt gerne wieder.