Wasservögel kennt fast jeder – vom Ententeich im Park bis zur Gänseschar auf der Wiese. Doch in diesen Tieren steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Weisst du zum Beispiel, mit welchem Trick Enten und Gänse beim Watscheln ihr Gleichgewicht halten? Oder warum ihre Füsse selbst auf Eis nicht festfrieren? Und wusstest du, dass Entenküken bereits wenige Stunden nach dem Schlüpfen schwimmen können?
Auf dieser Seite erfährst du Spannendes über das Leben unserer Enten und Gänse – von ihrer Ernährung und ihrem Familienleben bis hin zu erstaunlichen Fähigkeiten, die viele Menschen gar nicht kennen.
Enten und Gänse, eng verwandt und doch verschieden
Obwohl Enten und Gänse zur selben Vogelfamilie gehören, unterscheiden sie sich deutlich. Gänse sind grösser, besitzen längere Hälse und einen kräftigeren, spitzeren Schnabel.
Bei vielen Entenrassen lassen sich Männchen und Weibchen zudem gut am Gefieder unterscheiden: Der Erpel trägt meist ein farbenprächtiges Federkleid, während das Weibchen unauffälliger gefärbt ist. Unsere Pommernenten und Warzenenten bilden dabei eine Ausnahme. Hier erkennt man die Geschlechter vor allem an ihrer Grösse und der Schnabelform.
Auch im Familienleben unterscheiden sich Enten und Gänse. Wie verschieden sie ihre Jungen aufziehen und welche Rolle die Männchen dabei übernehmen, erfährst du weiter unten.
Laufenten und Stockenten, zum verwechseln ähnlich
Wäre da nicht ihr Gang! Wer unsere Indischen Laufenten marschieren sieht, würde kaum vermuten, dass sie eng mit der wildlebenden Stockente verwandt sind. Dennoch gehen beide auf dieselben Vorfahren zurück.
Die Laufente wurde jedoch in Südostasien über viele Jahrhunderte auf eine aufrechte Körperhaltung und eine hohe Legeleistung gezüchtet. Die Stockente hingegen blieb wild und behielt ihre waagerechte Körperform sowie ihren typischen watschelnden Gang.
Am ähnlichsten sind sich Wildform und Hausrasse bei den wildfarbigen Laufenten. Die Erpel tragen dasselbe blaugrün schimmernde Kopfgefieder wie Stockentenerpel, die Weibchen zeigen dieselbe braun-beige Musterung. Bei den übrigen Farbschlägen ist diese Verwandtschaft kaum noch zu erkennen.
Auch in der Luft zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Stockenten sind ausgezeichnete Flieger. Die Indische Laufenten haben diese Fähigkeit durch die Zucht weitgehend verloren. Dafür sind sie hervorragende Läufer und flitzen oft in kleinen Gruppen aufrecht durch das Gehege.
Links Stockente Erpel – rechts Laufente
Erpel in wildfarben
Stimmen am Teich
Das laute Quaken verbinden die meisten Menschen sofort mit Enten – zu hören ist es vor allem bei den Weibchen der Lauf- und Pommernenten. Die Erpel klingen dagegen deutlich leiser und eher heiser.
Ganz anders verhalten sich unsere Warzenenten. Sie gehören zu den ruhigsten Bewohnern am Teich. Der Erpel zischt und prustet leise, während das Weibchen sanfte Piep- und Zwitscherlaute von sich gibt.
Die lautesten Stimmen am Teich gehören zweifellos den Afrikanischen Höckergänsen. Vor allem die Ganter machen mit ihren unverwechselbaren, trompetenartigen Rufen auf sich aufmerksam.
Ihre Kommunikation
Doch Wasservögel kommunizieren nicht nur mit Lauten. Auch ihre Körpersprache verrät viel über ihre Stimmung. Ein gereckter Hals signalisiert Aufmerksamkeit oder Alarm, rhythmisches Kopfnicken gehört zur Balz. Selbst der Abstand zwischen den Tieren sagt einiges aus: Schwimmen sie dicht beieinander, herrscht meist Ruhe und Entspannung. Werden die Abstände grösser oder richten mehrere Tiere plötzlich den Kopf auf, ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt.
Auch das häufig zu beobachtende gegenseitige Putzen erfüllt gleich zwei Aufgaben: Es dient nicht nur der Gefiederpflege, sondern stärkt auch die Bindung innerhalb der Gruppe und zeigt, dass sich die Tiere wohlfühlen.
Wasserabweisendes Gefieder
Das Geheimnis, weshalb unsere Wasservögel selbst nach dem Schwimmen kaum nass sind, liegt in der Bürzeldrüse am Schwanzansatz. Sie produziert ein öliges Sekret, das die Tiere beim Putzen sorgfältig über ihr Gefieder verteilen. Ohne diese regelmässige Pflege würde dieser Schutz nach und nach verloren gehen. Gleichzeitig entfernt das Putzen Schmutz und hilft, Parasiten fernzuhalten.
Unter dem sichtbaren Federkleid sorgt zudem eine dichte Daunenschicht dafür, dass die Tiere auch im kalten Wasser warm bleiben.
Die Mauser
Wie unsere Hühner erneuern auch Enten und Gänse einmal im Jahr ihr Gefieder. Während dieser Vollmauser werden alle Schwungfedern gleichzeitig abgestossen, sodass die Tiere während drei bis vier Wochen nicht fliegen können. In dieser Zeit halten sie sich bevorzugt auf dem Wasser auf, wo sie besser vor Feinden geschützt sind und ihre Beine sowie Gelenke entlastet werden.
Bei den Enten fällt die Vollmauser meist in den Spätsommer. Die Erpel tragen während dieser Zeit ihr unauffälliges Schlichtkleid, während die Weibchen meist etwas später mausern.
Zusätzlich durchlaufen viele Enten im Frühsommer eine Teilmauser, bei der nur das Kleingefieder erneuert wird. Die Flugfähigkeit bleibt dabei vollständig erhalten.
Bei unseren Indischen Laufenten lässt sich die Teilmauser besonders gut beobachten.
Die wildfarbigen Erpel wechseln zwischen Juni/Juli und September/Oktober nach und nach ihr buntes Prachtgefieder und ähneln in dieser Zeit immer mehr den Weibchen. Rein einfarbige Farbschläge wie Weiss oder Schwarz behalten ihre Färbung dagegen das ganze Jahr über.
Auch während der Teilmauser lassen sich die Erpel aller Farbschläge gut erkennen: Ihr Schnabel, die Erpellocke und ihre charakteristische Stimme verraten ihr Geschlecht weiterhin zuverlässig.
Die Erpellocke: Ein Stockenten-Vermächtnis
Die elegant nach oben geschwungenen Schwanzfedern vieler Entenmännchen – die sogenannte Erpellocke – sind weltweit einzigartig. Sie kommt ausschliesslich bei Entenrassen vor, die von der Stockente abstammen, wie unseren Indischen Laufenten oder Pommernenten. Unsere Warzenenten hingegen stammen von der südamerikanischen Moschusente ab und besitzen deshalb keine Erpellocke.
Meist besteht die Erpellocke aus zwei bis vier locker gedrehten Federn, die sich deutlich vom übrigen Schwanzgefieder abheben. Gerade bei Rassen, deren Männchen und Weibchen ähnlich gefärbt sind, ist sie eines der zuverlässigsten Merkmale zur Geschlechtsbestimmung.
Während der Paarungszeit gilt die Erpellocke als sichtbares Zeichen eines geschlechtsreifen Erpels und spielt bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle.
Ernährung und Fütterung
Bitte auf keinen Fall füttern!
Brot, Kekse und andere Backwaren sind für Wasservögel ungeeignet und können ihnen erheblich schaden. Im schlimmsten Fall führen sie sogar zum Tod.
Diese Lebensmittel füllen zwar den Magen, enthalten jedoch kaum verwertbare Nährstoffe. Die Tiere fühlen sich satt, nehmen dadurch weniger von ihrer natürlichen Nahrung auf und werden langfristig geschwächt.
Zudem kann falsches Futter zu schweren Verdauungsproblemen führen. Besonders bei Jungtieren verursacht ungeeignetes Futter oft irreversible Fehlentwicklungen der Flügel und des Skeletts.
Fressverhalten
Unsere Wasservögel sind Allesfresser mit einer deutlichen Vorliebe für pflanzliche Nahrung. Enten fressen Wasserpflanzen, Algen und kleine Wassertiere, an Land aber auch Kräuter, Gräser, Würmer und Insekten. Die Afrikanischen Höckergänse bilden eine Ausnahme: Sie ernähren sich überwiegend von Gräsern, Kräutern und Samen.
Mit den feinen Lamellen an ihren Schnabelrändern filtern Enten ihre Nahrung wie mit einem Sieb aus dem Wasser. Beim sogenannten Gründeln tauchen sie Kopf und Hals ins flache Wasser, während der Hinterkörper charakteristisch nach oben ragt. Dank hochsensibler Sinneszellen im Schnabel können sie ihre Nahrung sogar im trüben Wasser ertasten.
Im Tierpark erhalten unsere Wasservögel täglich ein ausgewogenes Körnerfutter sowie frisches Grünfutter.
Zugang zu Wasser ein Muss
Enten und Gänse brauchen jederzeit Zugang zu Wasser. Sie benötigen es nicht nur zum Trinken, sondern auch, um ihre Nahrung im Schnabel zu befeuchten und leichter schlucken zu können.
Anders als Hühner nehmen Enten das Wasser direkt mit ihrem breiten Schnabel auf, ohne den Kopf anzuheben. Dabei tauchen sie oft den ganzen Schnabel, manchmal sogar den Kopf ins Wasser, wodurch gleichzeitig Augen und Nasenlöcher gespült werden.
Gänse trinken auf ähnliche Weise, heben den Kopf anschliessend jedoch häufig leicht an, damit das Wasser leichter in die Speiseröhre gelangt.
Interessanterweise meiden Enten zu warmes Wasser ganz bewusst, während Gänse dabei deutlich weniger wählerisch sind. Deshalb sorgen wir an heissen Sommertagen dafür, dass unseren Wasservögeln jederzeit frisches, möglichst kühles Wasser zur Verfügung steht.
Familienleben und Partnerschaft: Ein deutlicher Unterschied
Die treuen Gänse
Gänse gehen meist eine Partnerschaft fürs Leben ein. Stirbt ein Partner, bleiben viele Gänse über längere Zeit allein und gehen nicht sofort eine neue Bindung ein. Auch bei der Aufzucht der Jungen arbeiten sie eng zusammen.
Innerhalb einer Gänseschar herrscht zudem eine feste Hierarchie, die meist von einem erfahrenen, älteren Tier angeführt wird. Die Jungtiere bleiben häufig bis zum nächsten Frühjahr bei ihren Eltern und lernen in dieser Zeit wichtige Futterplätze, Ruheplätze und Verhaltensweisen kennen. Erst zur nächsten Brutsaison löst sich der Familienverband auf.
Auch ihr Gedächtnis ist bemerkenswert: Gänse erkennen jedes Mitglied ihrer Familie zuverlässig an Stimme und Aussehen. Selbst in grossen Schwärmen verlieren sie sich dadurch kaum aus den Augen. Und natürlich erkennen sie dadurch auch jeden Fremden. Kein Wunder also, dass sie seit Jahrhunderten als aufmerksame Wächter auf Bauernhöfen geschätzt werden.
Die lockeren Enten: Jedes Jahr neues Werben
Bei den Enten geht es deutlich ungebundener zu. Eine lebenslange Paarbindung gibt es hier nicht. Stattdessen suchen sich die Tiere für jede Brutsaison einen neuen Partner.
Spästens wenn das Nest gebaut ist und das Weibchen mit dem Brüten beginnt, zieht sich der Erpel aus der Familienfürsorge zurück und schliesst sich anderen Männchen an. Die gesamte Aufzucht der Küken übernimmt deshalb bei fast allen Entenarten allein das Weibchen.
Sobald die Jungtiere nach rund acht Wochen selbstständig sind, löst sich der Familienverband wieder auf.
Auch im Alltag sind Entengruppen deutlich lockerer organisiert als Gänsescharen. Eine feste Rangordnung oder einen dauerhaften Anführer gibt es nicht. Die Zusammensetzung der Gruppen verändert sich häufig und dient vor allem dem Schutz vor Fressfeinden.
Die Fortpflanzung
Je nach Witterung beginnt die Brutsaison im März oder April. Sowohl Enten als auch Gänse bauen ihre Nester gut versteckt am Boden.
Enten legen meist sieben bis elf Eier, Gänse in der Regel vier bis acht*. Beide beginnen erst mit dem Brüten, wenn das Gelege vollständig ist. Dadurch schlüpfen die Küken nahezu gleichzeitig.
Bei den Enten übernimmt das Weibchen Nestbau, Eiablage und Brutpflege allein. Bei den Gänsen sitzt die Gans auf den Eiern, während der Ganter das Nest bewacht. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Eltern gemeinsam um die Gössel, wie die Küken der Gänse genannt werden.
Die Brutdauer beträgt bei den meisten Enten- und Gänserassen rund 28 Tage. Eine Ausnahme bildet die Warzenente, deren Eier erst nach etwa 35 Tagen schlüpfen.
* Werden die Eier von Hausgänsen täglich aus dem Nest genommen, bleibt der Bruttrieb aus. Dadurch legt eine Gans über das Frühjahr verteilt 40–50 Eier.
Die Brutzeit
Unsere vier Wasservogelrassen unterscheiden sich deutlich im Brutverhalten.
Die Pommernente zählt zu den zuverlässigsten Brüterinnen unter den Hausenten. Auch die Warzenente besitzt einen ausgeprägten Bruttrieb und wird in der Zucht gelegentlich sogar als Amme für Eier anderer Entenrassen eingesetzt.
Die Indische Laufente und die Afrikanische Höckergans hingegen brüten deutlich seltener und zeigen insgesamt einen schwächeren Bruttrieb.
Die Küken
Bereits wenige Tage vor dem Schlüpfen lässt sich ein faszinierendes Phänomen beobachten. Obwohl die Küken noch vollständig in der Eierschale eingeschlossen sind, geben sie feine Klicklaute, Vibrationen und leises Piepsen von sich.
Diese Signale haben eine wichtige Aufgabe: Die Geschwister stimmen ihren Schlüpfzeitpunkt aufeinander ab. Weiter entwickelte Embryonen verlangsamen ihre Entwicklung leicht und warten auf Nachzügler, sodass am Ende fast alle Küken gleichzeitig schlüpfen.
Enten- und Gänseküken gehören zu den sogenannten Nestflüchtern. Bereits wenige Stunden nach dem Schlüpfen verlassen sie das Nest und folgen ihrer Mutter auf Schritt und Tritt. Schon kurz darauf können sie schwimmen.
Dass alle Küken möglichst gleichzeitig schlüpfen, erhöht ihre Überlebenschancen. Gemeinsam können sie der Mutter sofort folgen und sind dadurch deutlich besser vor Fressfeinden geschützt.
Allerlei Staunenswertes
Watschelnde Enten
Enten und Gänse bewegen sich an Land mit ihrem typischen Watschelgang. Der Grund dafür liegt in ihrer Anatomie: Ihre Beine sitzen weit hinten am Körper und stehen eng beieinander. Diese Körperform ist ideal zum Schwimmen, sorgt an Land jedoch für eine eher schmale Standfläche.
Damit die Tiere beim Gehen nicht das Gleichgewicht verlieren, verlagern sie deshalb bei jedem Schritt ihr Gewicht vollständig von einer Seite auf die andere. Das charakteristische Watscheln ist also kein Zeichen von Ungeschicklichkeit, sondern eine clevere Anpassung an das Leben im Wasser.
Ruhige Köpfe
Hühner oder Tauben nicken beim Gehen mit dem Kopf, um ihr Blickfeld zu stabilisieren. Enten und Gänse benötigen diese Bewegung nicht.
So bleibt ihr Kopf nahezu ruhig, obwohl ihr Körper beim Watscheln deutlich hin und her schwingt. Dadurch behalten sie ihre Umgebung selbst beim Laufen jederzeit scharf im Blick.
Möglich wird dies durch das Zusammenspiel von Gleichgewichtsorgan, Augen und Halsmuskulatur. Gemeinsam gleichen sie die Bewegungen des Körpers aus und sorgen dafür, dass der Kopf fast unbeweglich erscheint – ein spannender Unterschied, den du auch bei unseren Wasservögeln gut beobachten kannst.
Der Schnabel von Enten und Gänsen sieht auf den ersten Blick hart und hornartig aus. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um ein hochsensibles Tastorgan.
Die Schnabelspitze ist mit tausenden feinsten Nervenenden ausgestattet, ähnlich feinfühlig wie unsere menschlichen Fingerkuppen. Dank dieses Tastsinns und der feinen Lamellen am Schnabelrand können gründelnde Enten im tiefen, trüben Schlamm blind ertasten, was fressbar ist und was nicht.
Sie „sehen“ ihre Nahrung unter Wasser also nicht mit den Augen, sondern spüren die Form und Textur von winzigen Samen, Insekten oder Würmern direkt mit dem Schnabel. An Land verlassen sich Enten hingegen wieder auf ihre Augen, da Gräser, Kräuter oder Insekten dort gut sichtbar sind.
Gänse hingegen fressen überwiegend an Land, gelegentlich zupfen sie aber auch Wasserpflanzen aus dem Teich, allerdings sichtbar und gezielt statt blind ertastet wie die Enten.
Ein Steinchen im Magen
Wer Enten oder Gänse beim Grasen beobachtet, sieht sie gelegentlich kleine Kieselsteine aufnehmen. Das geschieht ganz bewusst.
Da Vögel keine Zähne besitzen, können sie ihre Nahrung nicht kauen. Die verschluckten Steinchen, sogenannte Magensteine oder Gastrolithen, gelangen in den kräftigen Muskelmagen. Dort wirken sie wie kleine Mahlsteine und zerreiben harte Körner sowie Pflanzenteile. Erst dadurch kann die Nahrung richtig verdaut werden.
Frostresistente Füsse
Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, wie Enten im Winter stundenlang auf Eis oder Schnee stehen können, ohne dass ihre Füsse festfrieren.
Das Geheimnis heisst Gegenstromprinzip.
In den Beinen verlaufen Arterien und Venen dicht nebeneinander. Das warme Blut, das zu den Füssen fliesst, gibt seine Wärme bereits unterwegs an das kalte Blut ab, das aus den Füssen zurückkehrt. Dadurch gelangt nur wenig Wärme bis in die Füsse, während der restliche Körper angenehm warm bleibt.
So bleiben die Füsse knapp über dem Gefrierpunkt. Warm genug, damit das Gewebe nicht geschädigt wird, aber gleichzeitig kalt genug, um weder Schnee zu schmelzen noch am Eis festzufrieren. Eine faszinierende Anpassung an das Leben im Winter.
Sehen auf zwei Kanälen
Enten und Gänse nehmen ihre Umgebung ganz anders wahr als wir Menschen.
Ihre beiden Augen können weitgehend unabhängig voneinander arbeiten. Während ein Auge den Boden nach Nahrung absucht, beobachtet das andere gleichzeitig den Himmel nach möglichen Greifvögeln.
Dadurch können Wasservögel mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten. Ein grosser Vorteil für Tiere, die ständig zwischen Nahrungssuche und Wachsamkeit wechseln müssen.
Schlafende Enten
Auch beim Schlafen überraschen Enten und Gänse mit einer besonderen Fähigkeit.
Sie können mit nur einer Gehirnhälfte schlafen, während die andere wach bleibt. Dabei bleibt ein Auge geschlossen, das andere jedoch geöffnet und überwacht weiterhin die Umgebung.
Vor allem Tiere am Rand einer Gruppe nutzen diese Strategie häufig und richten ihr offenes Auge nach aussen. So profitieren alle Tiere von der gemeinsamen Wachsamkeit, während die Vögel in der Mitte der Gruppe oft mit beiden Augen schlafen können.
Sesshafte Wanderer
Die wilden Vorfahren unserer Enten und Gänse gehören zu den Zugvögeln und legen jedes Jahr Tausende Kilometer zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten zurück.
Unsere Hausenten und Hausgänse haben diese Fähigkeit im Laufe der Domestizierung weitgehend verloren. Sie bleiben das ganze Jahr über an ihrem Standort und ziehen nicht wie ihre wilden Vorfahren in den Süden.
Klüger als gedacht
Wasservögel sind deutlich intelligenter, als man lange angenommen hat.
Erstaunlicherweise erkannten die Küken das dahinterliegende Prinzip: Die Küken der ersten Gruppe suchten gezielt die Nähe von paarweise gleichen Objekten. Die Küken der zweiten Gruppe hingegen folgten konsequent den ungleichen Paaren. Sie konnten also abstrakt unterscheiden, ob zwei Gegenstände gleich oder verschieden waren, selbst wenn Form oder Farbe völlig anders aussahen als zuvor
Diese Fähigkeit zum abstrakten Denken kannte man bis dahin vor allem von besonders intelligenten Tiergruppen wie Menschenaffen oder Rabenvögeln. Dass bereits frisch geschlüpfte Entenküken dazu fähig sind, überraschte selbst die Forschenden.